Was genau bedeutet eigentlich Hybrid?
Laut Wikipedia betont die vorangestellte Bezeichnung "Hybrid" ein aus unterschiedlichen Arten oder Prozessen zusammengesetztes Ganzes. Die Besonderheit liegt darin, dass die zusammengebrachten Elemente für sich schon Lösungen darstellen. Durch das Zusammenbringen können aber neue erwünschte Eigenschaften entstehen.

Hybrid für Anfänger
Ein Hybridfahrzeug besitzt zwei Motoren, Einen Verbrennungs- und einen Elektromotor (genaugenommen sind es zwei E-Motoren, aber dazu später). Das Fahrzeug erzeugt während der Fahrt Strom und betreibt damit wieder den E-Motor. Der Bordcomputer entscheidet selbständig mit welchen der beiden Motoren (oder mit beiden) das Fahrzeug in den jeweiligen Situationen betrieben wird. So kommt es durchaus öfters vor, besonders bei langsamen Passagen, dass der Verbrennungsmotor abgeschaltet ist und das Auto lautlos und mit Verbrauch 0,0 Liter dahingleitet.

Wer bremst spart Sprit
Diesen Slogan hat man über Hybridautos schon öfters gehört. Ich will ihn hier mal genauer erklären. Beim Bremsen wird ein E-Motor zum Generator. Er erzeugt Widerstand, bremst das Auto ab und erzeugt dadurch Strom. Scheibenbremsen gibts natürlich auch noch, jedoch werden diese eigentlich nur noch bei Geschwindigkeiten unter 8 km/h oder bei einer Notbremsung aktiviert. Man sagt, die Bremsbeläge haben die gleiche Lebensdauer wie das Auto. Einzig die Bremsscheiben rosten wegen Nichtnutzung und gehören 1x gewechselt oder abgedreht.

Wie fährt sich ein Auto mit Hybridmotor?
Naja, reinsetzen, Power drücken, "Gang" einlegen, losfahren. Auf den ersten Blick ändert sich eigentlich nichts. Nur dass der unbeteiligte Fahrgast immer noch kein Motorgeräusch wahrnimmt, obwohl sich das Fahrzeug bereits bewegt. Aber auch während der Fahrt ist der (Verbrennungs)Motor, ausser in Beschleunigungsphasen, eigentlich nicht wahrnehmbar, der(die) E-Motor(en) sowieso nicht. Stellen Sie sich einen nagelneuen "Sternträger" vor, der ruhig und leise über die Strassen schwebt und dann halbieren Sie die Lautstärke. So in etwa hört sich der Prius an.

Schaltgetriebe, Automatikgetriebe? Antwort: NEIN
Klar, umgangssprachlich sollte man von einem Automatikgetriebe im Toyota Prius sprechen. Wenn man es aber genau nimmt? Was bedeutet Schaltgetriebe? Klar, mit Hilfe der Kupplung manuell eine Verbindung zwischen Motor und Antriebsachse herstellen damit sich der Wagen bewegt. Trifft sicher nicht auf den Prius zu. Dann Zweitens: Was bedeutet Automatikgetriebe? Dass Motor und Achse beim losfahren automatisch verbunden werden und bei höheren Geschwindigkeiten die Übersetzung wiederum automatisch geändert wird. Nein, auch so funktioniert es nicht beim Prius. Wie also dann? Gehen wir in unsere Jugend zurück und denken wir an eine Carrera-Rennbahn. Trafo einschalten, Auto auf die Schiene, Knopf drücken, der Wagen fährt. Ich würde sagen, jetzt kommen wir der Sache schon etwas näher.
Und damit wird es etwas technischer. Also, Schaltvorgänge gibts nicht. Beim Prius handelt es sich um ein reines Eingangfahrzeug. Ein Getriebe vereint drei Antriebsmotoren. Je nachdem welcher der Motoren in welcher Geschwindigkeit und Richtung läuft (oder eben auch gerade nicht läuft) ergibt sich dann eine mögliche Gesamtgeschwindigkeit von bis zu 170 km/h. Zugleich ist dieses nur "coladosengrosse" Getriebe Anlasser und Lichtmaschine, wenn man es in den üblichen Worten für gewohnte Verbrennungsmotoren ausdrücken will. Aber hierzu gibt es wesentlich bessere Seiten im Internet, die die Funktion des Getriebes anschaulicher und teilweise auch animiert erklären. Ich verweise nur mal auf http://www.priuswiki.de/wiki/Getriebe.
Noch ausführlicher erklärt es ein Hans Hege auf http://www.geocities.com/hanshege/Auto/Prius.html


Komplizierte Technik?
Diese Frage wird oft gestellt. Ob denn so ein Antrieb nicht anfälliger für Defekte als ein "normales" Auto ist? Hier würde ich mal behaupten, dass ein Hybridantrieb wesentlich einfacher aufgebaut ist. Wer die Funktionsweise des Getriebes studiert hat, könnte mir inzwischen sogar rechtgeben. Welches moderne Auto kommt heutzutage noch ohne Elektronik aus? Die Erfahrung nach rund 40.000 gefahrene km meldet zumindest nur einen einzigen Glühbirnenausfall, sonst nichts. Gedanken über die Haltbarkeit der Batterie tauchen oft auf. Hier ist wohl erstmal die grosse 201,6 V-Batterie für den Antrieb gemeint. Sie ist unterteilt in 28 Zellen á 7,2V und diese können einzeln gewechselt werden. Klar wird da mal eine Zelle "am Ende" sein, Toyota gibt auf diese Teile 8 Jahre Garantie - Problem erledigt. Zur kleinen 12 V-Batterie: Sie ist mit 34 Ah wirklich sehr klein gewählt, das sollte normalerweise aber kein Problem sein, wird sie im Fahrbetrieb doch über die grosse Batterie versorgt. Im Taxi mit den vielen Extraverbrauchern könnte sie jedoch an ihre Grenze stossen. Es ist desshalb ratsam bei längeren Standzeiten immer wieder mal zwischendurch das Auto auf READY zu stellen, damit Strom nachfliessen kann. Sollte dadurch der grossen Batterie mal zuviel abgefordert werden, springt der Verbrennungsmotor für kurze Zeit automatisch an und erzeugt wieder Nachschub.